Chronik

Diese Chronik wurde zur Festschrift anlässlich des 90 Jährigen Stiftungsfestes im Jahr 2000 erstellt.

Grußworte

Es muß allen in der Ortsgemeinde Neroth eine besondere Freude sein, daß ihre Freiwillige Feuerwehr ihr 90-jähriges Bestehen feiern kann. Zu diesem stolzen Jubiläum spreche ich denen, die sich um die Wehr verdient gemacht haben, meine herzlichen Glückwünsche aus. Diese neunzig Jahre, auf die die Freiwillige Feuerwehr Neroth zurückblicken kann, sind neunzig Jahre eines selbstlosen Einsatzes für die Mitbürgerinnen und Mitbürger, für deren Leben, Gesundheit und Besitz. Hinter diesen neunzig Jahren stehen viele tausend Stunden des Einsatzes von Nerven, Kraft, Können und nicht zuletzt auch Freizeit. Dafür schulden wir alle unserer Feuerwehr Dank.

Adolf Rodermann
Bürgermeister

Besonders schön ist dabei auch, daß gerade die Jugend mit besonderem Einsatz  in der Freiwilligen Feuerwehr dient. Das zeigt mehr als viele Worte, daß die jungen Menschen auch heute durchaus zu erheblichen Opfern für ihre Ortsgemeinde und Gemeinschaft bereit sind. An dieser Stelle geht mein besonderer Dank an Herrn Robert Weber, der seit 1994 Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Neroth ist. Seine Arbeit ist ein großer Dienst für die Allgemeinheit.

Durch den Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnik ist die Freiwillige Feuerwehr Neroth für die Zukunft gerüstet. Sie ist Stützpunktwehr und hat zusätzlich die Funktion des Gewässerschutzes zu erfüllen. Für diese Aufgaben wurden ihr Sonderfahrzeuge zur Verfügung gestellt. Als Bürgermeister der Verbands- gemeinde Gerolstein kann ich allen versichern, daß wir als Träger des Feuerwehrwesens stets den Belangen ihrer Wehr offen gegenüberstehen. Sie können dies außerdem daraus ersehen, daß neben dem technischem Gerät auch die persönliche Ausbildung der Feuerwehrmänner im Laufe der Jahre einen sehr guten Stand erreicht hat. Für das 90-jährige Jubiläumsfest, verbunden mit der Ausrichtung des diesjährigen Verbandsfeuerwehrtages, wünsche ich allen Feuerwehrkameraden alles Gute und weitere erfolgreiche Jahre.




Mein Glückwunsch gilt zunächst der Freiwilligen Feuerwehr Neroth zu ihrem 90jährigen Jubiläum. Eine sehr lange Zeit. Sie umfaßt fast das gesamte vergangene Jahrhundert mit seiner rasanten technischen Entwicklung, den beiden Weltkriegen mit ihren verheerenden Folgen, dem Wiederaufbau und der stetigen Aufwärtsentwicklung der Ortsgemeinde Neroth.
In all diesen Jahren war die Freiwillige Feuerwehr Garant für Sicherheit bei Brand, Naturereignissen und Unfällen. Sie hat diese Zeiten gut gemeistert und kann sich so eines hohen Ansehens bei der Bevölkerung erfreuen. Dies ist neben der Mannschaft besonders den Männern zu verdanken, die bereit waren, Führungsverantwortung zu übernehmen.

Othmar Zimmermann
Wehrleiter

Dies war in manchen Zeiten recht schwierig. In der heutigen Zeit des Konsums, des Wohlstandes und der Selbstverwirklichung gilt es dagegen, Menschen für eine gute Sache zu überzeugen und zur Mitarbeit zu motivieren.

Von dem Leistungsvermögen der Wehr sind auch die Verbandsgemeinde Gerolstein und der Landkreis Daun überzeugt. Als Stützpunkt steht u. a. seit 1994 ein modernes Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) zur Verfügung. Für den gesamten Landkreis wird die Sonderaufgabe Wasserschutz mit einem Spezialfahrzeug wahrgenommen. 

Dies verlangt von den Männern eine über das normale Maß hinausgehende Ausbildung und Einsatztätigkeit. Dem ist die Wehr in der Vergangenheit immer voll gerecht geworden. Ich bin zuversichtlich, daß dies auch in Zukunft sein wird.

So wünsche ich der Freiwilligen Feuerwehr Neroth eine gedeihliche Weiterentwicklung zum Wohle der Bevölkerung und erinnerungsreiche Festtage mit ihren Gästen.


Gerolstein, im Juli 2000




Bereits am 16. März 1910 faßte der damalige Orts- gemeinderat Neroth unter Vorsitz von Amtsbürgermeister Sollhe den Beschluß zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr.
Zu der damaligen Zeit war es für die Gemeinde schwierig, die Kosten für die Ausstattung der Wehr, sowie die laufenden Kosten zu finanzieren. Dies konnte nur durch einen Sonderhieb realisiert werden, der die Summe von 700 Goldmark erbrachte. Im Gründungsjahr war jeder zehnte männliche Einwohner aktives Mitglied der Feuerwehr. Der Geist, der damals diese Männer erfüllte, hat sich trotz unserer schnellebigen Zeit bis heute erhalten.

Egon Schommers
Ortsbürgermeister

90 Jahre haben sich viele Nerother Männer verantwortungsbewußt und in steter Bereitschaft im Dienste des Nächsten eingesetzt, zur Sicherheit der Bürger und ihrer Gemeinde. Mein Wunsch ist es, daß die Freiwillige Feuerwehr Neroth auch im neuen Jahrtausend in Kameradschaft und Geschlossenheit zusammensteht, damit die ihr gestellten vielfältigen Aufgaben erfolgreich bewältigt werden können, die auch heute – wie vor 90 Jahren – Opferbereitschaft, Mut, Entschlossenheit und Verantwortungsfreude verlangen.

Ich möchte der Freiwilligen Feuerwehr Neroth zu ihrem stolzen Jubiläum herzlich gratulieren und allen Gastwehren und Gästen an den Festtagen einen angenehmen Aufenthalt in unserer Gemeinde wünschen.




Als Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Neroth ist es für mich eine ehrenvolle Aufgabe und eine große Freude, Sie zu unserem 90jährigem Jubiläum in Verbindung mit dem Verbandsgemeindefeuerwehrtag begrüßen zu dürfen.
Vor 90 Jahren wurde die Feuerwehr Neroth gegründet. Zu ihren Aufgaben in der damaligen Zeit gehörte in der Hauptsache der Brandschutz. Im Gründungsjahr 1910 war jeder zehnte männliche Einwohner in der Feuerwehr, die ihre Aufgaben der Brandbekämpfung mit Leder- / Leineneimer und Einreißhaken erfüllten. Nicht nur die Ausrüstung der Feuerwehr hat sich seitdem gewandelt und verbessert, auch die Aufgaben sind vielfältiger geworden. So besteht der Dienst in der Feuerwehr heute nur noch zur Hälfte aus Brandbekämpfung und der Rest aus technische Hilfeleistung. So z.B. Unfälle mit KFZ, Ölbekämpfung auf Gewässern und Straßen und der Mitwirkung im Gefahrstoffzug des Kreises Daun.

Robert Weber
Wehrführer der FF Neroth

 

Damit die vielfältigen Aufgaben, die heute an einen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr gestellt werden, erfüllen zu können, endet die Ausbildung nicht mit der Prüfung zum Feuerwehrmann. Um den heutigen hohen Ausbildungsstand halten zu können, ist eine ständige Aus- und Fortbildung gefordert.

Mein Wunsch ist es, daß der Kameradschaftsgedanke und das persönliche Engagement der Gründer auch in Zukunft in der Freiwilligen Feuerwehr Neroth vorherrscht.

In diesem Sinne wünsche ich allen Gästen an beiden Festtagen einen angenehmen Aufenthalt bei der Freiwilligen Feuerwehr Neroth




Totengedenken




Wissenswertes zum Nerother Wappen

Die Beschreibung, des von der Kreisverwaltung Daun genehmigten Wappens, lautet
 „Zwischen einem durch Zinnenschnitt von Gold und Rot geteilten Schildhaupt und einem grünen Fünfberg, darin eine silberne Mausefalle, in Gold eine rote Waage.“
 :

Dieses Wappen soll die Bevölkerung von Neroth zur Beschäftigung mit der Geschichte ihres Dorfes anregen. Der gold-rote Zinnenschnitt im Schildhaupt symbolisiert die von Johann von Böhmen errichtete Burg auf dem „Nerother Kopf“. Die Waage steht für das Nerother Hochgericht. 1677 werden als gemeinsame Gerichtsherren Graf Nikolaus von Daun, Haust von Ulmen und Zant von Merl genannt. Die fünf markanten Erhebungen, die den Ort umrahmen, werden durch den Fünfberg dargestellt. Die silberne Mausefalle weist auf die Drahtwarenindustrie als wesentliche Erwerbsgrundlage im 19. Jahrhundert und auf das einmalige Mausefallen-Museum in Neroth hin. 

Die Gestaltung des Gemeindewappens erfolgte durch Friedbert Wißkirchen aus Daun. Das Landeshauptarchiv Koblenz hat dieses Wappen in heraldischer Hinsicht beurteilt und insbesondere die Darstellung der Mausefalle als einem unverwechselbaren Bestandteil dieses Wappens begrüßt.




Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Neroth

Die Freiwillige Feuerwehr Neroth wurde am 16. März 1910  durch den Ortsgemeinderat unter dem Vorsitz von Amtsbürgermeister Sollhe gegründet. Am 09. Mai 1910 erfolgte bereits die Wahl des Brandmeisters Franz Biel und seines Stellvertreters Johann Jax. Trotz der zugesagten Beihilfen von der damaligen Provinzialfeuerversicherungsanstalt der Rheinprovinz im Jahre 1903 in Höhe von 800,- Goldmark, konnte die Übernahme der Kosten für die Ausstattung der Wehr und ihre laufenden Kosten durch die Gemeinde nicht immer mit normalen Etatmitteln finanziert werden.

Beschluß des Gemeinderates für einen Sonderhieb für die FF Neroth

Dies zeigt ein Auszug aus dem Beschlußbuch der Gemeinde Neroth vom 13. August 1910. In ihm wird dokumentiert, daß die Finanzierung von Uniformkosten in Höhe von 700,- Goldmark nur durch einen Sonderhieb ( Holzverkauf ) durchgeführt werden konnte. Ein Jahr später erhielt Neroth eine weitere Beihilfe in Höhe von 200,- Goldmark.

Im Gründungsjahr war jeder zehnte männliche Einwohner von Neroth aktives Mitglied der Feuerwehr. Während des 2. Weltkrieges waren auch Frauen in der Wehr. Im Krieg und in der anschließenden Besatzungszeit ruhte das Vereinsleben. Es durfte erst im August 1946 wieder aktiviert werden, nach den Bestimmungen der Besatzungsmacht mit höchstens 21 Mitgliedern.

  Freiwillige Feuerwehr Neroth, ca 1932

 

 

Die Freiwillige Feuerwehr Neroth wurde bis heute von insgesamt 11 Wehrführern geleitet: 

1910 – 1928 Franz Biel
1928 – 1946      Paul Barzen                
1946 – 1953      Josef Borsch               
1953 – 1956      Jakob Ferdinand          
1956 – 1965      Emil Brokonier
1965 - 1985      Ludwig Borsch
1985 - 1990      Peter Dargel
1990 - 1994      Dieter Hoscheit
1994 - 2001       Robert Weber
2001 - 2006 Rudolf Luzerek
2006 - Markus Dargel

                       

Die heutige Stärke der Freiwilligen Feuerwehr Neroth beträgt 25 aktive, 9 Mitglieder der Altersabteilung und 12 Mitglieder der Jugendfeuerwehr. 

Im Jahr 1968 wurde erstmals eine Jugendfeuerwehr gegründet. Zu früh, wie sich bald herausstellte. Der zweite Anlauf zur Gründung wurde am 05.02.83 gemacht. Seitdem ist die Jugendfeuerwehr Neroth ein fester Bestandteil der Freiwilligen Feuerwehr Neroth.

Vom Gründungsjahr der Wehr bis ca. 1928 wurde noch mit Ledereimern gelöscht. Erst dann erhielt Neroth eine Feuerwehrspritze. Diese kam von der Freiwilligen Feuerwehr Gerolstein und war dort im Einsatz. Ihr Baujahr ist leider nicht bekannt. Während des Krieges wurde die Nerother Feuerwehrspritze ins Nachbardorf nach Neunkirchen ausgeliehen. Dort wurde sie zur Bekämpfung von Bränden durch Phosphorbomben eingesetzt. Nach dem Kriege kam sie wieder nach Neroth, wo sie sich auch heute noch, voll funktionsfähig, befindet. 

Im Jahre 1945 wurde der Freiwilligen Feuerwehr Neroth eine Tragkraftspritze TS 4/5 zur Verfügung gestellt. Diese wurde 1964 durch eine Tragkraftspritze TS 8/8 von Ziegler ersetzt. Sie leistet eine Wasserfördermenge von  800 l mit einem Druck von 8 bar und wurde mit den dazugehörigen Saug- und Druckschläuchen auf einer Handkarre mitgeführt. Diese TS 8/8 ist auch heute noch in Neroth im Einsatz, jedoch nicht mehr auf einer Handkarre sondern komplett mit Zubehör auf einem Tragkraftspritzenanhänger ( TSA ) verladen. 

Im Juni 1968 bekam die Wehr in Neroth ihr erstes Fahrzeug, einen Ford Transit. Dieses Fahrzeug kostete 15.000,- DM. Im Jahre 1977 wurde die Freiwillige Feuerwehr Neroth Stützpunktwehr. Im darauf folgenden Jahr erhielt sie ein Tanklöschfahrzeug TLF 16/24 von der FF Gerolstein. Dieses Fahrzeug hatte eine eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe mit einer Förderleistung von 1600 l bei einem Druck von 8 bar. Der eingebaute Wassertank hatte ein Fassungsvermögen von 2400 l. Es wurde 1994 durch das jetzige Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 von Iveco Magirus ersetzt. 

1979 wurde der Feuerwehr Neroth ein Fahrzeug zur Ölbekämpfung/- beseitigung ( GW – Wasser ) mit einer Ölsperre und Wathosen durch den Kreis Daun übergeben. Dieses Fahrzeug war ein Hanomag mit Allradantrieb vom Bundesgrenzschutz. Es wurde 1994 durch einen Mercedes 508 von der Bundeswehr ersetzt. Von 1980 bis 1989 stationierte der Kreis Daun ein mit Mastpumpen ausgerüstetes Fahrzeug in Neroth. Mit diesen Pumpen war es möglich, z. B. Schmutzwasser aus überfluteten Kellerräumen zu pumpen. Sie kamen u. a. auch an der Mosel zum Einsatz. Das Fahrzeug wurde 1989 an die Feuerwehr Dreis übergeben. 

Das Feuerwehrgerät wurde bis 1974 in einem alten Gerätehaus mit Schlauchtrockenturm. untergebracht. Erst im Jahre 1974 konnte nach großen Problemen bei der Finanzierung mit dem Neubau des Feuerwehrgerätehauses an gleicher Stelle begonnen werden. Bis zur Schlüsselübergabe im August 1976 wurden von den Mitgliedern der Feuerwehr 1600 Stunden an Eigenleistung erbracht. 

Das sowohl die technischen Geräte als auch die Ausbildung der FF Neroth  einen hohen Stand erreicht haben, zeigen erfolgreiche Teilnahmen an verschiedenen Lehrgängen, Prüfungen und Wettkämpfen. So erwarb eine Gruppe aus Neroth mit als Erste im Kreis Daun am 09.07.83 das Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze und am 05.09.87 in Walsdorf das Feuerwehrleistungsabzeichen in Silber. 

Eine große Hilfe im Einsatzfall, bei Planungen und bei Veranstaltungen sind die Kameraden der Altersabteilung, die auch heute noch „aktiv“ dabei sind. 

Mit der Aufgabenübergangsverordnung wurden zum 01.01.1975 die Aufgaben auf kommunaler Ebene neu verteilt. So wurde u.a. die Aufgabe des Brandschutzes und der technischen Hilfeleistung auf die Verbandsgemeinde übertragen. Der Verbandsgemeinde Gerolstein als Träger des Feuerwehrwesens gilt ein besonderer Dank für die Unterstützung der örtlichen Wehr. Denn ohne diese Solidargemeinschaft könnten die vorhandenen technischen Gerätschaften nicht finanziert und die Ausbildungen nicht in dem hohen Standard durchgeführt werden. 

Trotz der Ausrüstung mit modernem technischen Geräten und Fahrzeugen gilt das persönliche Engagement der einzelnen Kameraden heute genau wie im Gründungsjahr 1910. Getreu den Widmungen und dem Leitspruch für alle Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Neroth :

  

Gott zur Ehr,
 Dem nächsten zur Wehr !
Wer sich dem Wohl des Menschen weiht,
 Den ehrt der guten Dankbarkeit.
 Einer für alle.
 Alle für einen allzeit hilfsbereit!



Alte und neue Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Neroth


Das „ älteste “ Fahrzeug der FF Neroth ist eine Feuerwehrspritze, die 1928 von der Freiwilligen Feuerwehr Gerolstein nach Neroth kam. Ihr Baujahr ist leider nicht bekannt. Diese Feuerwehrspritze war von 1928 bis 1946 im Einsatz bei der Freiwilligen Feuerwehr Neroth. Der letzte Einsatz in Neroth war 1941 bei dem Anwesen von Philipp / Josef Borsch in der Heltenbergstraße. Während des Krieges war sie im Nachbarort Neunkirchen zur Bekämpfung von Bränden durch Phosphorbomben im Einsatz.

Diese Feuerwehrspritze ist eine Saug- und Druckpumpe, mit einer Förderleistung von ca. 180 Liter pro Minute. Die kleinste Mannschaft besteht aus 1 Führer und 6 Mann. Hiervon übernehmen 2 Mann das Strahlrohr und 4 Mann ( besser mehr ) pumpen. Die Nennleistung wurde erst mit 60 Doppelhüben pro Minute erreicht. Es war daher für eine Ablösung zu sorgen. Hierzu wurde auch die Bevölkerung herangezogen. 

Zubehör: 1 Strahlrohr, 3 Sauglängen und 3 C-Schläuche

Sie ist auch heute noch voll funktionsfähig, wird aber nur noch bei freudigen Anlässen hervorgeholt, z. B. beim Festumzug zum 90-jährigen Stiftungsfest.


Die „neueren“ Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Neroth

TLF 16 / 24
(ausgemustert) 

GW – Wasser 

TLF 16 / 25

(Von links nach rechts)

   

TLF 16 / 24  ( Tanklöschfahrzeug ) 

Dieses Fahrzeug besitzt einen Wassertank mit 2400 Liter Inhalt. Es hat eine im Heck eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe mit einer Förderleistung von 1600 Litern / Minute. In Neroth im Einsatz von 1978 – 1995. Anschließend wurde es nach Dreis / Wittlich verkauft. Von dort wurde es zum Restaurieren nach Hannover geschickt. Dies soll so gut gelungen sein, daß das Fahrzeug eventuell in Hannover bleiben soll.

 

GW – Wasser ( Gerätewagen – Wasserschutz ) 

Dieses Fahrzeug ist ein Mercedes 508. Es wurde von der Bundeswehr im Jahre 1994 gekauft und in Eigenleistung umgebaut. Auf diesem Fahrzeug befindet sich eine Ölsperre und 10 Wathosen. Der GW – Wasser wird auf Kreisebene eingesetzt.

 

TLF 16 / 25 ( Tanklöschfahrzeug ) 

Dieses Fahrzeug löste das alte TLF 16/24 im Jahre 1995 ab. Das Nerother Fahrzeug hat durch Umbauten im Werk statt der üblichen Staffelbesatzung (1/5) eine Gruppenbesatzung ( 1/8 ). Der Wasserbehälter faßt 2500 Liter. Im Heck befindet sich eine, vom Fahrzeugmotor angetriebene, Feuerlöschkreiselpumpe mit einer Förderleistung von 1600 Liter/Minute und eine Schnellangriffseinrichtung. In der Kabine können zwei Mann der Besatzung während der Fahrt Atemschutzgeräte ( Pressluftatmer ) anlegen. Das Fahrzeug wurde von der Firma Iveco Magirus hergestellt. Die Motorleistung beträgt 159 kW ( 220 PS ). Das zulässige Gesamtgewicht beträgt 13,5 t.

 

Das TLF 16/25 dient vornehmlich aufgrund seines Löschwasservorrates zur Durchführung eines Schnellangriffs und zur Versorgung von Einsatzstellen mit Löschwasser. Es bildet mit seiner Besatzung eine selbständige Einheit.

 

Das „Abholkommando“

Für das neue TLF 16/25 aus Weisweiler (Schwarzwald)

 

Feierliche Übergabe und Segnung des TLF 16/25 sowie des GW – Wasser am 07.05.1995 

Die Gesamtkosten für beide Fahrzeuge beliefen sich auf 325.000,-DM




Jugendfeuerwehr Neroth

Bereits im Jahre 1968 wurde von der Freiwilligen Feuerwehr Neroth eine Jugendfeuerwehr gegründet. Nach der Neugründung am 05.02.1983 und dem Beitritt zum Jugendfeuerwehrverband wurde Peter Dargel erster Jugendfeuerwehrwart. Sein Stellvertreter war Friedhelm Marder. 

Schon damals wurde die Initiative zur Gründung einer Jugendfeuerwehr begrüßt. Denn sie wird immer mehr zu einem Standbein der Freiwilligen Feuerwehren. Ein großer Teil des Nachwuchses für die aktive Wehr in Neroth ist bereits aus dieser, 1983 gegründeten Jugendfeuerwehr, entstanden. Anders als in den frühen Anfangszeiten der Jugendfeuerwehren, wird heute nicht nur fachspezifische Feuerwehrtechnik vermittelt, sondern auch das Miteinander bei Spaß, Sport und Spiel gefördert. Ziel ist es, ein Gruppengefühl zu erzeugen und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, zu fördern. Dies ist sicherlich eine große Herausforderung für jeden Jugendfeuerwehrwart und seine Helfer.

Während den regelmäßigen Treffen wird die Feuerwehrtechnik erlernt und im praktischen geübt, natürlich nur soweit es zulässig ist. Es werden aber auch Spiele veranstaltet, ein- und mehrtägige Ausflüge unternommen sowie Wanderungen und Zeltlager durchgeführt. Die letzten Ausflüge führte die Jugendfeuerwehr z. B. zu den Berufsfeuerwehren nach Trier und Wuppertal, in ein Zeltlager nach Ernzen (bei Irrel), in ein Zeltlager in die Nähe von Wetzlar (mit Untertage-Besichtigung eines Erzbergwerkes und einer ganztägigen Kanufahrt auf der Lahn).

Ausflug der Jugendfeuerwehr Neroth im Juli 2000 ins hessische Solms an der Lahn ( in der Nähe von Wetzlar). Hier bei einer Kanufahrt auf der Lahn in Weilburg am Lahntunnel ( Länge 200 m )

 

Die Nerother Jugendfeuerwehr ist aber nicht nur innerhalb der Wehr tätig, sondern zeigt sich auch in der Öffentlichkeit präsent. So z. B. bei dem Entsorgen der Weihnachtsbäume oder dem „Winteraustreiben“ ( Radscheywen ). Auch bei überörtlichen Veranstaltungen, insbesondere bei den Veranstaltungen des Kreisjugendfeuerwehrverbandes, sind sie fast immer präsent. Dazu gehören die Spiele ohne Grenzen, Wandertage, verschiedene Sportturniere und der Tag der Jugendfeuerwehren. 

Die Aufnahme in die Jugendwehr ist kostenlos und jeder Jugendliche ab dem 10. Lebensjahr kann Mitglied werden.

 

Erste Gründungsurkunde der Jugendfeuerwehr Neroth 1968



Traditions- und Brauchtumspflege in der Freiwilligen Feuerwehr Neroth

In Ihrer Satzung hat sich die FF Neroth u. a. auch zur Pflege und Erhaltung des örtlichen Brauchtums und historischer Erinnerungen verpflichtet. Hierzu zählen z. B. die in diesem Jahre zum 76. Male durchgeführte Nerother Eierlage, sowie das Radscheywen ( Radschieben ).

 

An Ostern 1924 fand zum ersten Male in Neroth eine Eierlage statt. Die Gründer dieses Osterbrauches waren Peter Braconier, Josef Karls, Josef Pfeil und Peter Schottes. Die Nerother Eierlage ist von der Schönecker Eierlage abgeleitet und wurde nach einem Besuch bei der Eierlage in Schönecken, 1924 erstmals in Neroth in einer abgewandelten Form  ausgetragen. 

Seit 1979 findet die Eierlage an der neuen Schule statt. Dies hat den Vorteil, daß die Zuschauer den Läufer bereits nach der Hälfte der Strecke sehen und so einen spannenden Wettkampf zwischen Raffer und Läufer verfolgen können. Bei dem Wettkampf startet ein Raffer und ein Läufer. Der Raffer („Aufheber“) muß nacheinander 81 Eier, die im Abstand von 50 cm ausgelegt sind, in einen Korb einsammeln. Während dieser Zeit hat der Läufer eine Strecke von ca. 5000 m zu bewältigen. Sieger ist, wer zuerst seine Aufgabe gelöst hat. Bei den Juniorwettbewerben muß der Raffer 43 Eier aufnehmen, während der Läufer eine Strecke von ca. 1600 m zu laufen hat. Neben dem Raffer und dem Läufer sind sogenannte Preisläufer in jeder Altersgruppe am Start, welche mit 2 Minuten Abstand zu dem Raffer und Läufer starten und „gegen die Uhr laufen.“  

Ein anderer Brauch, der von der Jugendfeuerwehr durchgeführt wird, ist das Radschieben ( „Radscheywen“ ) am 1. Fastensonntag („ScheeweSunnech“) eines jeden Jahres. Er dient dazu, den Winter auszutreiben und den Frühling willkommen zu heißen. Bei diesem Jahrhunderte altem Brauch wird ein großes eisernes Rad, in dessen Mitte sich eine Eisenstange befindet, mit Heu und Holz gefüllt. Diese Vorbereitungen können am Maibaumplatz verfolgt werden. Anschließend wird das Rad mit dem Traktor auf den Kesselberg transportiert. In der Abenddämmerung wird das Rad angezündet und mit viel Gesang und Lachen  ins Tal gerollt. Nach dem Ausbrennen des Rades werden die tagsüber gesammelten Eier als Belohnung verzehrt.



Impressum

Herausgeber:

Freiwillige Feuerwehr Neroth



Literaturverzeichnis:
Redaktion: Feuerwehren des Kreises Daun -Gestern & Heute- des Keisfeuerwehrverbandes Daun e.V
Achim Wendels Nerother Hefte ( verschiedene Ausgaben ) 
Volker Mertes  Beschlußbuch / Chronik der Gemeinde Neroth
Markus Dargel Das große Feuerwehrhandbuch – Kognos Verlag
Jürgen Gietmann    Fotos aus den Archiven der FF Neroth sowie Privat
Klaus-Dieter Peters
Robert Weber